Das Bild zeigt psychologische Fachkraft bei ihrer Arbeit.

Suizidversuche nach Geschlecht – Frauen: Risikofaktoren, Häufigkeiten, Irrtümer

Suizidversuche unterscheiden sich je nach Geschlecht in Häufigkeit, Ausprägung und zugrunde liegenden Risikofaktoren. Bei Frauen treten Suizidversuche häufiger auf als vollendete Suizide, wobei psychische Erkrankungen, soziale Belastungen und frühere Suizidversuche wichtige Einflussfaktoren darstellen. Ein genauer Blick auf Suizidraten, Häufigkeiten, Risikofaktoren und typische Fehlannahmen hilft, das Thema differenziert zu verstehen und Stigmatisierung abzubauen.

Zahlen

Weltweit lag die Suizidrate von Frauen bei 5,6 Toten durch Suizid je 100.000 Einwohnenden in 2021 (Deutschland: 7,6).

Fakten

Nach dem “Gender paradox of Suicide” weisen Männer eine höhere Suizidsterblichkeit auf, während Frauen häufiger an Suizidgedanken leiden und von mehr Suizidversuchen berichten. Als Gründe werden Unterschiede in der Ausführung, der sozialen Einbindung, der psychischen Vorbelastung (z.B. Depressionen) und dem Hilfesucheverhalten diskutiert.

Für Frauen werden aber auch geschlechtsspezifische Faktoren diskutiert. Dazu gehören:

  • niedriger sozioökonomischer Status
  • Gewalt in verschiedenen Formen
  • Faktoren wie Schwangerschaft und damit mögliche Belastungen
  • Diskriminierung in behördlichen oder rechtlichen Kontexten

Auch wenn die Suizidrate bei Frauen niedriger als bei Männern ist, bleibt sie auf einem hohen Stand und stellt ein gesundheitlich relevantes Problem dar, das uns alle betrifft. Zudem sind Frauen hierbei geschlechtsspezifischen Risiken ausgesetzt, die stärker in den Fokus genommen werden sollten. Nur weil weniger Frauen tatsächlich durch einen Suizidversuch sterben, ist das Thema nicht weniger relevant.

Am Beispiel von Suizidraten bei Frauen wird deutlich, wie wichtig es ist, sich mit verschiedenen Ursachen und Risikofaktoren zu beschäftigen.

Hinweise zur Unterstützung finden Sie auf unserer Website.

Quellen

World Health Organization (WHO) (2025): Suicide worldwide in 2021: Global health estimates. Geneva: World Health Organization. ISBN 978-92-4-011006-9. Online verfügbar unter: https://www.who.int/publications/i/item/9789240110069

World Health Organization (WHO) (2026): Violence against women. Geneva: World Health Organization. Online verfügbar unter: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/violence-against-women

helef, Leah (2021): The gender paradox: do men differ from women in suicidal behavior? In: Journal of Men’s Health, 17(4), S. 22–29. DOI: 10.31083/jomh.2021.099. Online verfügbar unter: https://oss.jomh.org/files/article/20210928-442/pdf/JOMH2021060501.pdf

Shelef, Leah (2021): The gender paradox: do men differ from women in suicidal behavior? In: Journal of Men’s Health, 17(4), S. 22–29. DOI: 10.31083/jomh.2021.099. Online verfügbar unter: https://oss.jomh.org/files/article/20210928-442/pdf/JOMH2021060501.pdf