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Wir informieren offen und sensibel - und bewahren Wissen, das Leben retten kann.

Newsblog der DGS – Aktuelles aus der Welt der Suizidprävention

Die Suizidprävention ist ein vielseitiges und lebendiges Themenfeld, das sich kontinuierlich weiterentwickelt. Mit dem Newsblog stellt die DGS ein zentrales Sprachrohr für Aktuelles, Hintergründe und Impulse aus der Welt der Suizidprävention bereit – regelmäßig aktualisiert und klar strukturiert.

Hier finden Sie Veranstaltungshinweise sowie Beiträge der DGS und unserer Netzwerkpartner zu gesellschaftlichen, wissenschaftlichen, politischen oder kulturellen Themen – stets mit eindeutigem Bezug zur Suizidologie und Suizidprävention. Ziel ist es, Informationen sichtbar zu machen, Wissen zu teilen und so den fachlichen wie auch den gesellschaftlichen Austausch zu fördern.

Die integrierte Filterfunktion ermöglicht eine gezielte Suche. Über die Kategorienauswahl lassen sich unterschiedliche Interessensgebiete direkt ansteuern, während der Filter „Netzwerkakteure“ speziell Beiträge der DGS oder unserer Kooperationspartner anzeigt. So bleibt der Newsblog für Fachpublikum, Medienschaffende und interessierte Öffentlichkeit eine zentrale und verlässliche Informationsquelle.

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Pressemitteilung zum Welttag der Suizidprävention 2026: Eine Krisenrufnummer allein verhindert noch keinen Suizid

Am Donnerstag, den 10. September 2026, findet der diesjährige Welttag der Suizidprävention statt. Zu diesem Anlass veröffentlicht die DGS die nachfolgende Pressemitteilung. Diese steht Ihnen zudem als PDF zum Download zur Verfügung.

Banner zum Welttag der Suizidprävention 2026

Pressemitteilung zum Welttag der Suizidprävention 2026: Eine Krisenrufnummer allein verhindert noch keinen Suizid

Entscheidend ist, was nach dem ersten Kontakt passiert. Die Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention (DGS) schlägt drei einfache Prüffragen vor, an denen sich neue Strukturen der Suizidprävention messen lassen müssen.


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Das Bild zeigt Unterstützung eines suizidgefährdeten Menschen durch einen Angehörigen.

Ein Verlust und viele offene Fragen – über Besonderheiten der Trauer nach einem Suizid

Am 10. September findet der Welttag der Suizidprävention statt. Aus diesem Anlass möchten wir uns heute näher mit den Besonderheiten der Trauer nach einem Suizid beschäftigen.

Grundsätzlich gilt: Trauer ist individuell.

Auch nach einem Suizid gibt es nicht “die eine” Form der Trauer. Menschen erleben einen Verlust unterschiedlich, und auch der Trauerprozess kann sehr verschieden verlaufen. Gleichzeitig können bei Suizidhinterbliebenen bestimmte Themen und Belastungen eine besondere Rolle spielen.


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Das Bild zeigt psychologische Fachkraft bei ihrer Arbeit.

Suizidversuche nach Geschlecht – Frauen: Risikofaktoren, Häufigkeiten, Irrtümer

Suizidversuche unterscheiden sich je nach Geschlecht in Häufigkeit, Ausprägung und zugrunde liegenden Risikofaktoren. Bei Frauen treten Suizidversuche häufiger auf als vollendete Suizide, wobei psychische Erkrankungen, soziale Belastungen und frühere Suizidversuche wichtige Einflussfaktoren darstellen. Ein genauer Blick auf Suizidraten, Häufigkeiten, Risikofaktoren und typische Fehlannahmen hilft, das Thema differenziert zu verstehen und Stigmatisierung abzubauen.

Zahlen

Weltweit lag die Suizidrate von Frauen bei 5,6 Toten durch Suizid je 100.000 Einwohnenden in 2021 (Deutschland: 7,6).


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Mythos vs. Fakt: Personen, die Suizidgedanken ansprechen, wollen nur Aufmerksamkeit?

„Sie will doch nur Aufmerksamkeit.” Dieser Satz fällt oft, wenn jemand offen über Suizidgedanken spricht, sich selbst verletzt oder wiederholt Warnsignale zeigt.

Die Ankündigung eines Suizids wird damit als “Attention-Seeking” abgetan. Die Annahme dahinter: Wer wirklich sterben will, kündigt das nicht an und wer darüber redet, tut es angeblich nur, um Mitleid zu erregen, andere zu manipulieren oder sich wichtig zu machen.

Die Konsequenz kann sein, dass Betroffene nicht ernst genommen, belächelt und ihre Aussagen ignoriert werden.

Um den Annahmen rund um Suizidalität in Zusammenhang mit Aufmerksamkeit entgegenzuwirken, ist also eine differenzierte Betrachtung notwendig.


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Das Bild zeigt 3 Frauen, wovon sich zwei, abgewandt, miteinander unterhalten. Die Frau im Vordergrund schaut nachdenklich.

Ambivalenzmodell der Suizidalität – nach Teismann & Forkmann, 2024

Viele Menschen erleben Suizidgedanken, was jedoch nicht automatisch heißt, dass sie sterben möchten. Meist steht dahinter der Wunsch, dass ein unerträglicher Zustand aufhört. Betroffene schwanken oft zwischen dem Wunsch zu sterben und dem Wunsch zu leben. Genau diese Ambivalenz steht im Zentrum des Ambivalenzmodells der Suizidalität von Tobias Teismann und Thomas Forkmann (2024).


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Pressemitteilung: DGS begrüßt Referentenentwurf für ein Suizidpräventionsgesetz, sieht jedoch Nachbesserungsbedarf

Jena, 29. Juli 2026 – Die Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention e. V. (DGS) begrüßt den Referentenentwurf eines Gesetzes zur Stärkung der nationalen Suizidprävention ausdrücklich. Mit dem Entwurf soll die Suizidprävention erstmals auf eine eigenständige bundesgesetzliche Grundlage gestellt werden. Dies ist ein bedeutsames gesellschaftspolitisches Signal und ein langjähriges Anliegen der DGS.

Es werden verbindliche und dauerhaft finanzierte Strukturen benötigt.

Mit der vorgesehenen Bundesfachstelle für Suizidprävention, der Stärkung von Forschung, Vernetzung und Qualitätssicherung sowie der geplanten Krisen- und Vermittlungsrufnummer greift der Entwurf zentrale Handlungsfelder der Suizidprävention auf. Aus Sicht der DGS bleibt er jedoch an entscheidenden Stellen hinter seinem eigenen Anspruch zurück. Viele Regelungen beschränken sich auf Konzepte und Koordinierungsaufträge, ohne eine verlässliche und dauerhaft finanzierte Versorgungsstruktur sicherzustellen. Dadurch bleibt ein erhebliches Spannungsverhältnis zwischen dem formulierten Anspruch und der rechtlichen Verbindlichkeit der vorgesehenen Maßnahmen bestehen.


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Das Bild zeigt zwei Personen in einem Beratungsgespräch.

Anti-Suizid-Verträge: Sind sie noch zeitgemäß?

Suizidalität ist ein sensibles und gesellschaftlich bedeutsames Thema, das auch Fachkräfte vor große Herausforderungen stellt. Eine mögliche Interventionsmethode sind sogenannte Anti-Suizid-Verträge, die von unserem Kollegen Max Hessel kritisch betrachtet werden.

Diese Facharbeit beschäftigt sich mit dem historischen Hintergrund, den wissenschaftlichen Erkenntnissen und Kontroversen sowie den therapeutischen Implikationen und der aktuellen Versorgungspraxis. Sie bewertet auch die Bedeutung für den professionellen Umgang mit suizidgefährdeten Menschen.

Was genau sind Anti-Suizid-Verträge (Non-Suicide Contracts)?

Anti-Suizid-Verträge wurden in den 1970er Jahren eingeführt. Sie sollten die therapeutische Beziehung stärken, Gespräche über Suizidalität erleichtern und Sicherheit vermitteln.

Ihre Anwendung beruhte jedoch vor allem auf klinischer Erfahrung, nicht auf wissenschaftlichen Wirksamkeitsnachweisen.

Bis heute gibt es keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass Anti-Suizid-Verträge Suizide wirklich verhindern: sie können sogar trügerische Sicherheit vermitteln. Suizidalität ist dynamisch. Deshalb sind eine kontinuierliche Risikoeinschätzung und eine tragfähige Beziehung unverzichtbar.

Heute weiß man:

Eine vertrauensvolle und professionelle Beziehung ist der wichtigste Schutzfaktor.

Diese schafft Sicherheit, nicht ein Vertrag. Zusammen mit offenen Gesprächen und gemeinsamer Krisenplanung bilden sie den Kern moderner Suizidprävention.

Weitere Informationen zum Thema und Hilfsangebote für Betroffene, Angehörige und Hinterbliebene gibt es hier auf unserer Website.

Die komplette Facharbeit von Max Hessel steht für Sie zum Download zur Verfügung.

Das Bild zeigt einen nachdenklichen jungen Mann, der alleine in seiner Wohnung sitzt.

Mythos vs. Fakt: Wenn er sterben will, kann man eh nichts machen

Im heutigen Blogbeitrag geht es um die Annahme, dass Menschen in suizidalen Krisen in ihrer Entscheidung gefasst wirken und dadurch der Eindruck entsteht, dass Hilfsangebote und mögliche Lösungswege sie nicht mehr erreichen. Doch wie zutreffend ist dieser Eindruck – und was spricht dafür, diesen „Mythos der Abgeklärtheit“ kritisch zu hinterfragen?

Mythos

Menschen, die Suizidgedanken äußern, wirken auf Angehörige und Freunde oft abgeklärt. Sie äußern eine tiefe Hoffnungslosigkeit und Hilfsangebote können abgelehnt werden. Dadurch entsteht manchmal der Eindruck, dass die Person gar nicht mehr bereit dazu ist, einen Ausweg zu suchen oder Hilfe anzunehmen. Manchmal zieht sich das Umfeld sogar zurück, um ja nichts falsch zu machen.

Fakt

Suizidgedanken und besonders der Entschluss sich das Leben nehmen zu wollen, stehen meist am Ende eines langen Prozesses des Überlegens. Betroffene haben oft bereits im Stillen einen erheblichen Leidens- und Abwägungsprozess hinter sich. Gerade die damit einhergehende Isolation kann zu einem Tunnelblick führen, in dem Suizid als einzige Option gesehen wird. Manchmal fehlt auch einfach die Kraft für die Umsetzung.

Suizidgedanken sind sowohl für die Betroffenen als auch für das Umfeld eine schwierige Situation. Gerade Betroffene fühlen sich durch die Gedanken isoliert und wie unter eine Glasglocke. Das erschwert den Kontakt zur Außenwelt und kann überfordern. Mit Betroffenen geduldig sein, im Gespräch bleiben und Verständnis zeigen sind daher wichtige Eckpfeiler, um in Kontakt zu bleiben.

Pressemitteilung: DGS fordert Suizidpräventionsgesetz für Deutschland

Über 10.000 Menschen sterben in Deutschland jedes Jahr durch Suizid. Trotz
fraktionsübergreifender Beschlüsse im Bundestag und jahrelanger politischer Debatten fehlt bis heute ein fundierter Entwurf für ein Suizidpräventionsgesetz.

„Wir haben keine Zeit mehr für wage Absichtserklärungen oder zeitlich befristete
Modellprojekte, die nach ein paar Jahren wieder eingestellt werden müssen, da es keine
verlässliche und dauerhafte Finanzierung gibt“, erklärt Uwe Sperling, stellv. Vorsitzender der DGS, anlässlich eines aktuellen Appells der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention e. V. (DGS) und anderen Organisationen sowie Fachgesellschaften an die Bundestagsabgeordneten.

Ute Lewitzka, Vorsitzende der DGS macht deutlich: „Suizide sind in den meisten Fällen
vermeidbar – aber nur, wenn die Politik jetzt den Mut aufbringt, ein Gesetz mit Substanz, klarer Finanzierung und starker Infrastruktur zu verabschieden. Es ist überfällig.“

Das Bündnis, dem neben der DGS weitere in der Suizidprävention engagierte Akteure
angehören, hat den Abgeordneten des Deutschen Bundestages konkrete fachliche
Empfehlungen für die Ausgestaltung eines solchen Gesetzes mit nachfolgenden Schwerpunkten vorgelegt:

  • Eine bundesweit einheitliche, kostenlose Rufnummer: Menschen in suizidalen Krisen brauchen eine sofort erreichbare, anonyme und bundesweit koordinierte Erstanlaufstelle. Diese muss unkompliziert, gebührenfrei und rund um die Uhr besetzt sein.
  • Ausbau von Beratung, Psychiatrie sowie Hospiz- und Palliativversorgung: Prävention funktioniert nur im Netzwerk. Bestehende Online-, Telefon- und Vor-Ort-Beratungsstellen müssen langfristig und auskömmlich finanziert werden. Gleichzeitig müssen die psychiatrische Versorgung sowie die Hospiz- und Palliativmedizin gestärkt und verzahnt werden, um Menschen in schwersten Lebenskrisen und an ihren Lebensenden eine würdevolle Alternative zur Selbsttötung zu bieten.
  • Konsequente Methodenrestriktion: Die Sicherung bekannter Hotspots (wie Schienenabschnitte oder Brücken) sowie rechtliche Hürden für den Zugang zu potenziell tödlichen Substanzen müssen gesetzlich verankert werden. Zudem fordert das Bündnis wirksame Maßnahmen gegen eine gesellschaftliche Normalisierung der Suizidassistenz.
  • Hilfe für An- und Zugehörige sowie Hinterbliebene: Ein Suizid hinterlässt tiefe Wunden im gesamten Umfeld. Ein gutes Gesetz muss auch die Unterstützung für An- und Zugehörige in Krisen sowie für Hinterbliebene nach einem Suizid dauerhaft und verlässlich absichern.

Die fachlichen Empfehlungen können unter diesem Link vollständig eingesehen werden.

„Ein gutes Suizidpräventionsgesetz kostet Geld – aber kein Gesetz zu haben, kostet jeden Tag Menschenleben“, so Christian Petzold, Vorstandsmitglied der DGS. „Die Abgeordneten im Bundestag haben es jetzt in der Hand, diesen gesetzlichen Meilenstein endlich auf den Weg zu bringen und dauerhaft im System zu verankern.“

International – Asien: Warum sind die Suizidzahlen in Südkorea so hoch? Das Bild zeigt eine unglückliche, junge Asiatin.

International – Asien: Warum sind die Suizidzahlen in Südkorea so hoch?

Südkorea: Wohlstand, Fortschritt und eine hohe Suizidrate

Südkorea ist weltweit bekannt für K-Pop, Serien, Technologie und wirtschaftlichen Erfolg. Doch hinter diesem modernen Bild steht eine unbequeme Frage: Warum hat ein so wohlhabendes Land dennoch so hohe Suizidzahlen? Um die Zahlen zu verstehen, muss man auf das schauen, was oft weniger sichtbar ist.

Viele Faktoren

In Südkorea treffen viele verstärkende Faktoren aufeinander:

  • hoher Leistungsdruck schon in der Schule
  • starker Konkurrenzdruck im Bildungssystem
  • lange Arbeitszeiten und hohe Erwartungen im Beruf
  • wenig Raum für Schwäche oder Scheitern

Was oft weniger sichtbar ist

Neben Leistungsdruck spielen auch soziale Faktoren eine Rolle:

  • Einsamkeit und soziale Isolation
  • Altersarmut und ungleich verteilter Wohlstand
  • Druck, der Familie nicht zur Last zu fallen
  • Stigma rund um psychische Erkrankungen
  • starke Schönheitsideale

Die Kombination

Wie überall lassen sich auch in Südkorea hohe Suizidzahlen nicht auf einem einzigen Grund zurückführen. Dort treffen viele belastende Faktoren aufeinander. Keiner dieser Faktoren führt automatisch zu Suizid, aber wenn Druck, Einsamkeit, Armut, Stigma und fehlende Hilfe zusammenkommen, kann das einen Einfluss auf das Risiko haben.

Auf den ersten Blick mag Südkorea wie ein Ideal aussehen. Doch es zeigt, wie stark viele vorherrschende Überzeugungen Menschen psychisch belasten können, wodurch Suizid für Betroffene schlussendlich wie der einzige Ausweg erscheinen kann.

Bei knapp 51,6 Mio. Einwohnenden sind im Jahr 2024 über 15.000 Menschen durch Suizid in Südkorea gestorben.

Brauchen Sie Hilfe?
Hinweise zur Unterstützung finden Sie hier auf unserer Website.

Beitragsbild: Adobe Stock
Quelle: Statistisches Bundesamt (Statista) (2025).
Number of deaths by suicide in South Korea from 2000 to 2024

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