„Sie will doch nur Aufmerksamkeit.” Dieser Satz fällt oft, wenn jemand offen über Suizidgedanken spricht, sich selbst verletzt oder wiederholt Warnsignale zeigt.
Die Ankündigung eines Suizids wird damit als “Attention-Seeking” abgetan. Die Annahme dahinter: Wer wirklich sterben will, kündigt das nicht an und wer darüber redet, tut es angeblich nur, um Mitleid zu erregen, andere zu manipulieren oder sich wichtig zu machen.
Die Konsequenz kann sein, dass Betroffene nicht ernst genommen, belächelt und ihre Aussagen ignoriert werden.
Um den Annahmen rund um Suizidalität in Zusammenhang mit Aufmerksamkeit entgegenzuwirken, ist also eine differenzierte Betrachtung notwendig.
Mythos
Wenn jemand über Suizidgedanken spricht, sich selbst verletzt oder wiederholt in Krisen gerät, wird das von anderen Menschen oft abgetan als Dramatik, Manipulation oder Inszenierung. Die Annahme dahinter: Wer wirklich sterben will, kündigt das nicht an. Die Konsequenz ist oft, dass Betroffene nicht ernst genommen werden, statt Unterstützung zu bekommen.
Fakt
Tatsächlich kündigen viele Menschen, die sich das Leben nehmen, ihr Vorhaben im Vorfeld an – durch Worte, Verhalten oder Rückzug. Wer darüber spricht, zeigt, dass er/sie sich in höchster Not befindet. Offene und verdeckte Ankündigungen von Suizid gelten somit als Risikofaktor. Solche Signale als „Attention-Seeking“ abzutun, kann Menschenleben kosten.
Stattdessen sollten bei einer Suizidankündigung Betroffene ernstgenommen werden: durch offene Gespräche, aktives Zuhören und konkrete Hilfsangebote.
Anlaufstellen für Unterstützung gibt es hier auf unserer Website.