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Newsblog der DGS – Aktuelles aus der Welt der Suizidprävention
Die Suizidprävention ist ein vielseitiges und lebendiges Themenfeld, das sich kontinuierlich weiterentwickelt. Mit dem Newsblog stellt die DGS ein zentrales Sprachrohr für Aktuelles, Hintergründe und Impulse aus der Welt der Suizidprävention bereit – regelmäßig aktualisiert und klar strukturiert.
Hier finden Sie Veranstaltungshinweise sowie Beiträge der DGS und unserer Netzwerkpartner zu gesellschaftlichen, wissenschaftlichen, politischen oder kulturellen Themen – stets mit eindeutigem Bezug zur Suizidologie und Suizidprävention. Ziel ist es, Informationen sichtbar zu machen, Wissen zu teilen und so den fachlichen wie auch den gesellschaftlichen Austausch zu fördern.
Die integrierte Filterfunktion ermöglicht eine gezielte Suche. Über die Kategorienauswahl lassen sich unterschiedliche Interessensgebiete direkt ansteuern, während der Filter „Netzwerkakteure“ speziell Beiträge der DGS oder unserer Kooperationspartner anzeigt. So bleibt der Newsblog für Fachpublikum, Medienschaffende und interessierte Öffentlichkeit eine zentrale und verlässliche Informationsquelle.
Bereits geringe körperliche, mentale oder emotionale Anstrengungen können zu einer deutlichen und anhaltenden Verschlechterung des Gesundheitszustands führen. Betroffene erleben häufig lange Diagnosewege, fehlende spezialisierte Angebote und unzureichende Unterstützung.
Suizidalität bei ME/CFS muss ernst genommen werden:
Studien weisen auf ein erhöhtes Suizidrisiko hin.
Hoffnungslosigkeit, soziale Isolation, Funktionsverluste und mangelnde Versorgung können die Belastung verstärken.
Suizidgedanken können auch unabhängig von einer klinischen Depression auftreten.
Am 10. Oktober 2026 wurde bekannt, dass im Jahr 2025 in Deutschland 11.334 Menschen durch Suizid gestorben sind. Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes entspricht dies einem Anstieg von 9,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr und dem höchsten Stand seit 1998.
Besonders besorgniserregend ist die geschlechtsspezifische Entwicklung: Während die Zahl der Suizide bei Männern seit 2024 um 5,8 Prozent gestiegen ist, beträgt der Anstieg bei Frauen 17,9 Prozent. Die Ursachen dieser Entwicklung müssen differenziert und wissenschaftlich fundiert untersucht werden.
Gestern veröffentlichte das Statistische Bundesamt die Jahresergebnisse zur Todesursachenstatistik und damit auch die Suizidzahlen des Jahres 2025.
2025 starben in Deutschland 11.334 Menschen durch Suizid.
Das sind 9,3 % mehr als im Vorjahr (10.372) und so viele wie seit 1998 nicht mehr. Der Anstieg ist insbesondere auf die deutliche Zunahme der Suizide bei Frauen (+17,9 %) zurückzuführen, während die Zahl bei Männern weniger stark stieg (+5,8 %).
„Die steigenden Suizidzahlen verdeutlichen die Dringlichkeit eines Suizidpräventionsgesetzes. Wir brauchen flächendeckende Hilfsangebote, klare Zuständigkeiten und eine langfristige Finanzierung. Suizidprävention muss fester Bestandteil der gesundheitlichen Versorgung werden.“
Prof. Dr. Ute Lewitzka, Vorstandsvorsitzende der DGS
Eine ausführliche Stellungnahme zu den Suizidzahlen 2025 folgt in den nächsten Tagen.
Ein Forschungsprojekt der Evangelischen Hochschule Darmstadt & des Universitätsklinikums Würzburg
Warum das Thema?
Menschen mit einer Krebserkrankung haben ein fast doppelt so hohes Suizidrisiko wie die Allgemeinbevölkerung. In Studien berichten etwa 14-15 % der Krebspatient*innen von Suizidgedanken. Im Klinikalltag wird trotzdem selten nach Suizidgedanken gefragt oder diese systematisch erfasst.
Das Projekt
Ein Forschungsteam der EH Darmstadt und dem Universitätsklinikum Würzburg will verstehen, was die Ursachen von Suizidgedanken bei Krebs sind und was Betroffene brauchen. In einer ersten Pilotstudie wurden 10 belastete Patient*innen befragt und interviewt.
Am Donnerstag, den 10. September 2026, findet der diesjährige Welttag der Suizidprävention statt. Zu diesem Anlass veröffentlicht die DGS die nachfolgende Pressemitteilung. Diese steht Ihnen zudem als PDF zum Download zur Verfügung.
Pressemitteilung zum Welttag der Suizidprävention 2026: Eine Krisenrufnummer allein verhindert noch keinen Suizid
Entscheidend ist, was nach dem ersten Kontakt passiert. Die Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention (DGS) schlägt drei einfache Prüffragen vor, an denen sich neue Strukturen der Suizidprävention messen lassen müssen.
Am 10. September findet der Welttag der Suizidprävention statt. Aus diesem Anlass möchten wir uns heute näher mit den Besonderheiten der Trauer nach einem Suizid beschäftigen.
Grundsätzlich gilt: Trauer ist individuell.
Auch nach einem Suizid gibt es nicht “die eine” Form der Trauer. Menschen erleben einen Verlust unterschiedlich, und auch der Trauerprozess kann sehr verschieden verlaufen. Gleichzeitig können bei Suizidhinterbliebenen bestimmte Themen und Belastungen eine besondere Rolle spielen.
Suizidversuche unterscheiden sich je nach Geschlecht in Häufigkeit, Ausprägung und zugrunde liegenden Risikofaktoren. Bei Frauen treten Suizidversuche häufiger auf als vollendete Suizide, wobei psychische Erkrankungen, soziale Belastungen und frühere Suizidversuche wichtige Einflussfaktoren darstellen. Ein genauer Blick auf Suizidraten, Häufigkeiten, Risikofaktoren und typische Fehlannahmen hilft, das Thema differenziert zu verstehen und Stigmatisierung abzubauen.
Zahlen
Weltweit lag die Suizidrate von Frauen bei 5,6 Toten durch Suizid je 100.000 Einwohnenden in 2021 (Deutschland: 7,6).
„Sie will doch nur Aufmerksamkeit.” Dieser Satz fällt oft, wenn jemand offen über Suizidgedanken spricht, sich selbst verletzt oder wiederholt Warnsignale zeigt.
Die Ankündigung eines Suizids wird damit als “Attention-Seeking” abgetan. Die Annahme dahinter: Wer wirklich sterben will, kündigt das nicht an und wer darüber redet, tut es angeblich nur, um Mitleid zu erregen, andere zu manipulieren oder sich wichtig zu machen.
Die Konsequenz kann sein, dass Betroffene nicht ernst genommen, belächelt und ihre Aussagen ignoriert werden.
Um den Annahmen rund um Suizidalität in Zusammenhang mit Aufmerksamkeit entgegenzuwirken, ist also eine differenzierte Betrachtung notwendig.
Viele Menschen erleben Suizidgedanken, was jedoch nicht automatisch heißt, dass sie sterben möchten. Meist steht dahinter der Wunsch, dass ein unerträglicher Zustand aufhört. Betroffene schwanken oft zwischen dem Wunsch zu sterben und dem Wunsch zu leben. Genau diese Ambivalenz steht im Zentrum des Ambivalenzmodells der Suizidalität von Tobias Teismann und Thomas Forkmann (2024).
Jena, 29. Juli 2026 – Die Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention e. V. (DGS) begrüßt den Referentenentwurf eines Gesetzes zur Stärkung der nationalen Suizidprävention ausdrücklich. Mit dem Entwurf soll die Suizidprävention erstmals auf eine eigenständige bundesgesetzliche Grundlage gestellt werden. Dies ist ein bedeutsames gesellschaftspolitisches Signal und ein langjähriges Anliegen der DGS.
Es werden verbindliche und dauerhaft finanzierte Strukturen benötigt.
Mit der vorgesehenen Bundesfachstelle für Suizidprävention, der Stärkung von Forschung, Vernetzung und Qualitätssicherung sowie der geplanten Krisen- und Vermittlungsrufnummer greift der Entwurf zentrale Handlungsfelder der Suizidprävention auf. Aus Sicht der DGS bleibt er jedoch an entscheidenden Stellen hinter seinem eigenen Anspruch zurück. Viele Regelungen beschränken sich auf Konzepte und Koordinierungsaufträge, ohne eine verlässliche und dauerhaft finanzierte Versorgungsstruktur sicherzustellen. Dadurch bleibt ein erhebliches Spannungsverhältnis zwischen dem formulierten Anspruch und der rechtlichen Verbindlichkeit der vorgesehenen Maßnahmen bestehen.